Burn-Out
So finden Sie Ihre innere Balance
Um das Thema seelisches Gleichgewicht geht es in der diesjährigen Winterausgabe der „informiert!“. Lesen Sie hier weiter und holen Sie sich Tipps für Ihr Wohlbefinden.
„Es geht immer darum, achtsam mit sich umzugehen“, sagt Gestalttherapeutin Gertrud Krupp. Man sollte seine Grenzen kennen und akzeptieren, sich fragen: Wie viel Gepäck kann ich mit mir herumtragen, bevor es mich hemmt?“ Grundsätzlich könne man die eigene Psyche nicht zuverlässig vor Unerwartetem schützen. „Dazu ist das Leben zu vielfältig. Aber ich kann lernen, für meine Bedürfnisse zu sorgen und meine Gestaltungsmöglichkeiten zu erweitern. Ich kann den Blick verändern, das Tempo drosseln, Ansprüche an den Arbeitsplatz herunterschrauben, eine andere Form der Kommunikation mit Angehörigen oder Kollegen ausprobieren.“ Zudem helfen Freizeitbeschäftigungen wie Sport und soziale Kontakte, um einen Ausgleich zu finden und die Stimmung zu heben. „Für viele Menschen ist der Druck heute größer als früher“, sagt Krupp. „Aber wir sind dem nicht ausgeliefert. Zwar können wir nicht die Welt verändern – dafür aber unsere Haltung und Muster im Kleinen.“
Weitere Tipps gegen Burn-Out
- Verleugnen Sie sich und Ihre Bedürfnisse nicht. Hören Sie in sich hinein. Wenn Sie mit einer Situation nicht zufrieden sind, versuchen Sie, etwas zu ändern.
- Ändern können Sie Ihre Sichtweise auf die Dinge. Beispielsweise können Sie nach Gründen suchen, warum sie sich über bestimmte Dinge ärgern und versuchen, gelassener damit umzugehen.
- Hilft eine Änderung der eigenen Einstellung nicht oder können Sie dies nicht leisten, ändern Sie die Situation – auch, wenn es eine mögliche Trennung bedeutet, zum Beispiel von Freunden, Arbeitgeber, Partner oder alten Gewohnheiten.
- Fühlen Sie sich weiterhin hilflos, holen Sie sich Unterstützung von außen. Das können zunächst Angehörige oder Freunde sein, die vielleicht eine hilfreiche Sichtweise auf die Dinge haben. Kommen Sie nicht weiter, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. Er wird sich mit Ihnen beraten, was weiter zu tun ist.
- Überanstrengen Sie sich nicht. Es ist nicht gesund, immer 150 Prozent zu geben. Schauen Sie objektiv, in welche Themen Sie vielleicht übertrieben viel Energie investieren. Versuchen Sie, mit etwas weniger Engagement weiterzumachen.
- Verlassen Sie sich bei Ihren Aufgaben auch auf die Hilfe anderer oder machen Sie alles allein? Geben Sie Verantwortung aus Ihren Händen, vertrauen Sie auf Personen, die Ihnen gut tun. Wenden Sie sich bei Schwierigkeiten an sie, kapseln Sie sich nicht von ihrem sozialen Umfeld ab.
- Erledigen Sie nicht alles auf einmal. Gehen Sie in Etappen vor. Schritt für Schritt kommen Sie am Ende nachhaltiger voran als mit dem Versuch, überall gleichzeitig zu wirken.
- Teilen Sie Ihre Energie ein. Setzen Sie gedankliche Prioritäten. Was verdient wie viel geistige Beschäftigung, worüber machen Sie sich vielleicht zu viele Gedanken? Trennen Sie Wichtiges von Unwichtigem, das befreit Sie von Ballast.
- Sind Sie immer für andere da? Lernen Sie, dass Sie selbst an erster Stelle stehen. Opfern Sie sich nicht für andere auf, investieren Sie die Fürsorglichkeit zuerst in sich selbst, damit für Sie genug übrig bleibt. Das erfordert auch den Mut, „nein“ zu sagen und Anfragen abzulehnen.
- Achten Sie auf innere Signale. Elementare Gefühle wie Hunger, Durst oder Schlafbedürfnis zu ignorieren, macht Sie über kurz oder lang krank. Fördern Sie Ihre Gesundheit, indem Sie lernen, die Zeichen Ihres Körpers zu verstehen – und darauf einzugehen.
- Bemühen Sie sich um eine faire Balance zwischen Arbeitsleben, Familie und Freizeit. Nur so sind Sie auf Dauer ausgeglichen.



